Schilddrüsenhormone & Medikamente | Levothyroxin
Die Schilddrüse ist eine kleine Drüse am Hals, die Hormone bildet und damit zahlreiche Vorgänge im Körper steuert. Sie beeinflusst den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Herzschlag und sogar die Stimmung. Produziert sie zu wenig Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, ständiges Frieren und Antriebslosigkeit, die sich oft schleichend und über längere Zeit entwickeln.
Die Behandlung einer Unterfunktion besteht darin, das fehlende Hormon gezielt zu ersetzen. Die hier erhältlichen Präparate enthalten Levothyroxin, eine künstlich hergestellte Form des natürlichen Schilddrüsenhormons. Bei richtiger Dosierung normalisieren sich die Werte, und die Beschwerden bilden sich in der Regel vollständig zurück. Die Einnahme erfolgt meist morgens auf nüchternen Magen, wobei die Dosis anhand regelmäßiger Blutkontrollen für jeden Patienten individuell angepasst wird.
Die Schilddrüse und ihre Bedeutung für den Körper
Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das unterhalb des Kehlkopfes liegt. Trotz ihrer geringen Größe hat sie einen enormen Einfluss auf den gesamten Organismus. Sie produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die in nahezu jeder Körperzelle wirken. Diese Botenstoffe bestimmen, wie schnell der Körper Energie verbraucht, und steuern damit den Grundumsatz. Auch Herzfrequenz, Verdauung, Muskelkraft und geistige Leistungsfähigkeit hängen von einem ausgeglichenen Hormonhaushalt ab. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Takt, macht sich das im ganzen Körper bemerkbar.
Eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen
Bei einer Hypothyreose stellt die Drüse nicht genügend Hormone her, und der Stoffwechsel verlangsamt sich spürbar. Viele Betroffene fühlen sich ständig müde, frieren leicht und nehmen ohne ersichtlichen Grund an Gewicht zu. Hinzu kommen häufig trockene Haut, brüchige Haare, Verstopfung und eine gedrückte Stimmung. Da sich diese Symptome langsam und unauffällig entwickeln, werden sie zunächst oft dem Alter oder dem Alltagsstress zugeschrieben. Eine sichere Diagnose liefert erst eine Blutuntersuchung, bei der vor allem der TSH-Wert sowie die freien Schilddrüsenhormone bestimmt werden.
Mögliche Ursachen der Unterfunktion
Die mit Abstand häufigste Ursache in Deutschland ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Entzündung, bei der das Immunsystem irrtümlich das eigene Schilddrüsengewebe angreift. Mit der Zeit wird dabei immer mehr funktionsfähiges Gewebe zerstört. Daneben kann eine Unterfunktion auch nach einer Schilddrüsenoperation, im Anschluss an eine Radiojodtherapie oder durch einen ausgeprägten Jodmangel entstehen. In selteneren Fällen liegt die Störung nicht in der Drüse selbst, sondern in ihrer übergeordneten Steuerung durch die Hirnanhangsdrüse. Unabhängig von der Ursache ist das Ergebnis dasselbe: Dem Körper fehlen die nötigen Hormone.
Die Behandlung mit Levothyroxin
Die Standardtherapie der Schilddrüsenunterfunktion ist der Ersatz des fehlenden Hormons. Levothyroxin entspricht chemisch dem körpereigenen T4 und wird vom Organismus bei Bedarf in das aktive T3 umgewandelt. Die Behandlung gleicht den Mangel zuverlässig aus, sodass sich die Beschwerden meist vollständig zurückbilden. Entscheidend ist die richtige Dosierung: Sie wird zu Beginn vorsichtig gewählt und anhand der Blutwerte schrittweise angepasst, bis der TSH-Wert im angestrebten Bereich liegt. Da es sich in den meisten Fällen um eine dauerhafte Erkrankung handelt, ist die Einnahme in der Regel lebenslang erforderlich.
Hinweise zur richtigen Einnahme
Damit Levothyroxin optimal aufgenommen wird, sollte es morgens etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Bestimmte Nahrungsmittel sowie kalzium- oder eisenhaltige Präparate können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen und sollten deshalb mit zeitlichem Abstand eingenommen werden. Die Dosis sollte niemals eigenmächtig verändert werden, denn sowohl eine zu niedrige als auch eine zu hohe Menge führt zu Beschwerden. Regelmäßige Kontrolltermine stellen sicher, dass die Einstellung stimmt und bei Bedarf nachjustiert werden kann.
Generika als gleichwertige Alternative
Levothyroxin ist sowohl als Markenpräparat wie Synthroid als auch in Form zahlreicher Generika erhältlich. Generische Versionen enthalten denselben Wirkstoff in identischer Dosierung und sind in ihrer Wirkung gleichwertig. Da bei der Schilddrüsentherapie bereits kleine Mengenunterschiede ins Gewicht fallen können, empfiehlt es sich, bei einer einmal gut eingestellten Therapie möglichst beim selben Präparat zu bleiben, um die Versorgung gleichmäßig zu halten. Generika bieten dabei den Vorteil, dass sie deutlich kostengünstiger sind, ohne dass Abstriche bei der Qualität gemacht werden müssen.