Astelin ist ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastinhydrochlorid zur Linderung der Symptome von allergischer und nicht-allergischer Rhinitis. Als Antihistaminikum der zweiten Generation blockiert es den Botenstoff Histamin, den der Körper bei allergischen Reaktionen freisetzt. Das Spray reduziert schnell Beschwerden wie Niesen, eine laufende Nase und Juckreiz. Die Wirkung tritt meist nach kurzer Zeit ein und hält bis zu 12 Stunden an, was eine durchgehende Symptomkontrolle bei Tag und Nacht sichert.
Astelin ist ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastinhydrochlorid. Es gehört zur Klasse der Antihistaminika, genauer zu den H1-Rezeptor-Antagonisten der zweiten Generation. Das Medikament wird direkt in die Nase gesprüht und behandelt die Symptome verschiedener Formen von Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung).
Zu den Hauptanwendungsgebieten von Astelin gehören:
Saisonale allergische Rhinitis (SAR): Astelin behandelt die typischen Symptome von Heuschnupfen wie eine laufende Nase, Niesen und nasalen Juckreiz. Es ist für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren zugelassen.
Vasomotorische Rhinitis (VMR): Bei dieser nicht-allergischen Form der Rhinitis hilft Astelin gegen eine laufende oder verstopfte Nase und Postnasal-Drip. Es ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.
Jeder Sprühstoß des Astelin Nasensprays enthält eine genaue Dosis von 137 Mikrogramm Azelastinhydrochlorid. Die Anwendung erfolgt gezielt dort, wo die allergische Reaktion stattfindet: in der Nasenschleimhaut.
Der Wirkmechanismus von Azelastin
Azelastinhydrochlorid wirkt auf dreifache Weise, um die Symptome der Rhinitis wirksam zu bekämpfen. Dieser kombinierte Effekt ist ein Merkmal des Wirkstoffs.
Blockade der Histamin-H1-Rezeptoren: Azelastin blockiert als Antihistaminikum die H1-Rezeptoren. Histamin ist ein körpereigener Stoff, der bei einer Allergie freigesetzt wird und Symptome wie Niesen oder Juckreiz auslöst. Indem Azelastin diese Rezeptoren blockiert, verhindert es die Wirkung von Histamin.
Stabilisierung von Mastzellen: Azelastin stabilisiert auch die Mastzellen. Diese Immunzellen setzen bei einer allergischen Reaktion Histamin und andere Entzündungsbotenstoffe frei. Durch die Stabilisierung wird die Freisetzung dieser Stoffe von Anfang an gehemmt.
Entzündungshemmende Wirkung: Azelastin beeinflusst zusätzlich andere Botenstoffe im Entzündungsprozess, etwa Leukotriene und Zytokine. Dies hilft, die Entzündung in der Nasenschleimhaut zu lindern und die damit verbundenen Symptome zu reduzieren.
Die Wirkung von Astelin setzt oft schon innerhalb einer Stunde nach der Anwendung ein. Ein großer Vorteil ist die lange Wirkdauer von bis zu 12 Stunden. So genügt eine zweimal tägliche Anwendung für einen durchgehenden Schutz vor Symptomen.
Richtige Dosierung und Anwendungshinweise
Die korrekte Anwendung des Astelin Nasensprays ist wichtig für den Behandlungserfolg. Es ist nur für die Anwendung in der Nase bestimmt.
Empfohlene Dosierung:
Saisonale allergische Rhinitis: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geben ein oder zwei Sprühstöße in jedes Nasenloch, zweimal täglich. Für Kinder von 5 bis 11 Jahren wird ein Sprühstoß pro Nasenloch zweimal täglich empfohlen.
Vasomotorische Rhinitis: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren wenden zweimal täglich zwei Sprühstöße pro Nasenloch an.
Anwendungshinweise:
Vorbereitung: Vor der ersten Benutzung die Pumpe viermal betätigen, bis ein feiner Sprühnebel entsteht. Wurde das Spray drei oder mehr Tage nicht benutzt, die Pumpe mit zwei Sprühstößen erneut vorbereiten.
Anwendung: Die Nase sanft schnäuzen. Den Kopf leicht nach vorne neigen. Die Sprühdüse in ein Nasenloch einführen und das andere zuhalten. Die Pumpe drücken und dabei sanft durch die Nase einatmen. Den Vorgang im anderen Nasenloch wiederholen.
Nach der Anwendung: Die Spitze der Sprühflasche säubern und die Schutzkappe wieder aufsetzen.
Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte die nächste Dosis zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Eine vergessene Dosis darf nicht durch eine doppelte Dosis ersetzt werden. Die Anwendung ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich.
Mögliche Nebenwirkungen von Astelin
Astelin kann, wie jedes Medikament, Nebenwirkungen verursachen, die aber nicht bei jeder Person auftreten. Die meisten unerwünschten Wirkungen sind leicht.
Häufige Nebenwirkungen:
Bitterer Geschmack (Dysgeusie): Dies ist die häufigste Nebenwirkung. Sie tritt auf, wenn etwas von der Lösung in den Rachen gelangt.
Schläfrigkeit (Somnolenz): Astelin kann bei manchen Menschen müde machen, obwohl es weniger sedierend wirkt als viele orale Antihistaminika.
Kopfschmerzen: Leichte Kopfschmerzen können vorkommen.
Nasale Reizung: Ein brennendes Gefühl, Trockenheit oder Niesen können direkt nach der Anwendung auftreten.
Nasenbluten (Epistaxis): Insbesondere bei falscher Anwendung kann es zu leichten Blutungen kommen.
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen:
In seltenen Fällen sind Überempfindlichkeitsreaktionen möglich. Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion feststellen. Dazu gehören Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht, an der Zunge oder im Rachen, starker Schwindel oder Atemnot.
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Bitte beachten Sie vor der Anwendung von Astelin die folgenden Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen.
Absolute Gegenanzeigen:
Astelin darf nicht verwendet werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Azelastinhydrochlorid oder einen anderen Bestandteil des Sprays besteht.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:
Schläfrigkeit: Da Müdigkeit eine mögliche Nebenwirkung ist, ist bei Tätigkeiten, die volle Aufmerksamkeit erfordern (z. B. Autofahren, Maschinen bedienen), Vorsicht geboten.
Alkohol und ZNS-Depressiva: Der gleichzeitige Konsum von Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln wie Beruhigungsmitteln sollte vermieden werden. Dies kann die sedierende Wirkung verstärken.
Augenkontakt vermeiden: Das Spray darf nicht in die Augen gelangen, da es Reizungen verursachen kann.
Schwangerschaft und Stillzeit: Schwangere sollten das Spray nur anwenden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt. Da nicht bekannt ist, ob Azelastin in die Muttermilch übergeht, sollten stillende Mütter vorsichtig sein.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Da bei der nasalen Anwendung nur wenig Wirkstoff in den Körper gelangt, sind schwere Arzneimittelwechselwirkungen mit Astelin selten. Vorsicht ist dennoch bei der gleichzeitigen Einnahme bestimmter Medikamente geboten.
Die wichtigste Wechselwirkung besteht mit ZNS-Depressiva. Dazu zählen Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Opioid-Schmerzmittel. Die Kombination mit Astelin kann dämpfende Effekte wie Schläfrigkeit und eine beeinträchtigte Koordination verstärken. Auf Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Astelin verzichtet werden.
Obwohl Azelastin über das Cytochrom-P450-Enzymsystem abgebaut wird, gelten Wechselwirkungen mit CYP-Hemmern wie Cimetidin bei nasaler Anwendung als klinisch unbedeutend. Informieren Sie dennoch Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.