Synthroid ist ein Markenmedikament mit dem Wirkstoff Levothyroxin-Natrium. Das ist eine künstlich hergestellte Form des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4). Es wird zur Hormonersatztherapie bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verwendet. Bei dieser Erkrankung stellt die Schilddrüse zu wenig Hormone her. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und Kälteempfindlichkeit.
Synthroid ersetzt das fehlende Hormon und stellt so das Stoffwechselgleichgewicht im Körper wieder her. Das lindert die Beschwerden. Das Medikament wird auch eingesetzt, um das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) zu unterdrücken. Dies ist bei bestimmten Schilddrüsenkrebserkrankungen oder zur Kontrolle des Wachstums bei verschiedenen Kropfarten notwendig.
Synthroid wirkt, weil sein Wirkstoff chemisch mit dem körpereigenen Hormon Thyroxin (T4) identisch ist. Nach der Einnahme gelangt Levothyroxin ins Blut und wird zu den Körperzellen transportiert. Dort wandelt es sich in die aktivere Form Triiodthyronin (T3) um.
Das aktive T3-Hormon bindet an Rezeptoren im Zellkern und steuert dort die Aktivität von Genen. Dies löst die Bildung von Proteinen aus, die für viele Körperfunktionen wichtig sind. Dazu zählen der Stoffwechsel, die Herzfunktion, die Verdauung, die Muskelsteuerung und die Gehirnentwicklung. Synthroid stellt dem Körper die nötige Hormonmenge zur Verfügung und normalisiert so diese Abläufe. Wegen der langen Halbwertszeit von Levothyroxin dauert es vier bis sechs Wochen, bis eine Dosis ihre volle Wirkung entfaltet.
Dosierung und korrekte Einnahme
Die Dosierung von Synthroid ist für jeden Patienten individuell und wird vom Arzt bestimmt. Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Schwere der Hypothyreose, Herz-Kreislauf-Zustand und Laborwerte (besonders der TSH-Wert) sind entscheidend. Die Behandlung startet meist mit einer geringen Dosis. Diese wird alle 4 bis 8 Wochen angepasst, bis der Hormonspiegel stabil ist.
Die richtige Einnahme ist für eine gleichmäßige Aufnahme des Wirkstoffs sehr wichtig. Nehmen Sie Synthroid einmal täglich auf leeren Magen, mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück. Schlucken Sie die Tablette mit einem ganzen Glas Wasser. Bestimmte Lebensmittel können die Aufnahme stark stören. Dazu gehören ballaststoffreiche Produkte, Soja, Walnüsse sowie Ergänzungsmittel mit Kalzium und Eisen. Halten Sie daher immer den gleichen Abstand zu Mahlzeiten ein. Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie, sobald Sie es bemerken. Wenn aber bald die nächste Dosis fällig ist, überspringen Sie die vergessene. Nehmen Sie niemals die doppelte Dosis ein.
Mögliche Nebenwirkungen
Nebenwirkungen von Synthroid treten hauptsächlich bei einer Überdosierung auf. Sie ähneln den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Die Beschwerden lassen normalerweise nach, sobald die Dosis verringert wird. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
Sonstiges: Muskelschwäche und Menstruationsunregelmäßigkeiten. In den ersten Monaten der Behandlung kann es zu teilweisem Haarausfall kommen, besonders bei Kindern. Dieser ist aber normalerweise nur vorübergehend.
Eine langfristige Überdosierung kann die Knochenmineraldichte verringern. Dies erhöht das Osteoporoserisiko, insbesondere bei Frauen nach der Menopause.
Gegenanzeigen und wichtige Warnhinweise
In bestimmten Fällen darf Synthroid nicht eingenommen werden. Absolute Gegenanzeigen sind:
Unbehandelte Nebennierenrindeninsuffizienz, da die Hormonersatztherapie eine akute Nebennierenkrise auslösen kann.
Unbehandelte Thyreotoxikose (ein Zustand mit zu vielen Schilddrüsenhormonen im Körper).
Akuter Myokardinfarkt, akute Myokarditis und akute Pankarditis.
Überempfindlichkeit gegen Levothyroxin-Natrium oder einen der sonstigen Bestandteile des Medikaments.
Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina pectoris oder einer koronaren Herzkrankheit erforderlich. Hier muss die Behandlung mit einer sehr niedrigen Dosis beginnen. Die Dosis wird dann langsam erhöht, um eine Verschlechterung der Herzerkrankung zu verhindern.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Levothyroxin kann mit vielen anderen Medikamenten wechselwirken. Dadurch kann sich seine Wirkung oder die Wirkung der anderen Mittel verändern. Informieren Sie daher Ihren Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie verwenden.
Mittel, die die Aufnahme reduzieren: Antazida (Aluminium- und Magnesiumhydroxid), Kalzium- und Eisenpräparate sowie Gallensäurebinder (z.B. Colestyramin) können Levothyroxin im Magen-Darm-Trakt binden. Halten Sie einen Einnahmeabstand von mindestens 4 Stunden ein.
Mittel, die den Stoffwechsel beeinflussen: Bestimmte Medikamente wie Phenobarbital, Carbamazepin oder Rifampicin können den Abbau von Levothyroxin in der Leber beschleunigen, was eine höhere Dosis erforderlich machen kann.
Östrogene: Östrogenhaltige Produkte (z.B. Antibabypillen, Hormonersatztherapie) können den Bedarf an Levothyroxin erhöhen.
Blutverdünner (Antikoagulanzien): Levothyroxin kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Warfarin verstärken. Eine engmaschige Überwachung der Blutgerinnung ist erforderlich.
Antidiabetika: Die Schilddrüsenhormontherapie kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Daher muss die Dosis von Insulin oder oralen Antidiabetika eventuell angepasst werden.
Lagerung und Haltbarkeit
Eine korrekte Lagerung sichert die Wirksamkeit von Synthroid. Bewahren Sie das Medikament bei Raumtemperatur (20°C bis 25°C) und an einem trockenen Ort auf. Schützen Sie es vor Licht, Hitze und Feuchtigkeit. Das Badezimmer ist wegen der Feuchtigkeitsschwankungen ungeeignet. Lassen Sie die Tabletten in der Originalverpackung und bewahren Sie sie außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf.