Allergie & Antihistaminika: Medikamente zur Behandlung
Jeder der schon mal mitten im Frühling draußen war und plötzlich keine Luft mehr durch die Nase bekam, kennt das Problem. Die Augen tränen wie verrückt, der Gaumen juckt höllisch und man fühlt sich wie gerädert. Ehrlich gesagt, man verliert da echt schnell die Geduld. Das Gute ist aber: Man muss das nicht einfach so aushalten. Zuverlässige Antihistaminika helfen genau da, wo das eigene Immunsystem mal wieder völlig überreagiert.
Cetirizin gegen das ständige Kribbeln in der Nase
Cetirizin ist wahrscheinlich der Klassiker schlechthin. Fast jeder hat den Namen schon mal irgendwo aufgeschnappt. Und das aus gutem Grund. Es wirkt nämlich ziemlich flott, meistens schon nach einer knappen halben Stunde. Wenn Sie morgens aufwachen und draußen fliegen die Pollen tief, hilft eine Tablette oft durch den ganzen Tag.
Aber hier ist das Ding: Cetirizin kann bei manchen Leuten ein bisschen müde machen. Nicht bei jedem, aber vileicht merken Sie nachmittags doch einen leichten Durchhänger. Also nehmen viele Leute die Dosis lieber abends vorm Schlafen. Dann schläft man gut durch und morgens sind die Schleimhäute schon beruhigt.
Loratadin, wenn Sie tagsüber nicht müde werden wollen
Falls Sie sich jetzt fragen: Was nehme ich denn, wenn ich auf der Arbeit voll konzentriert bleiben muss? Da kommt Loratadin ins Spiel.
Loratadin gehört zur sogenannten zweiten Generation dieser Wirkstoffe. Klingt technisch, bedeutet aber im Grunde nur: Der Wirkstoff gelangt kaum ins Gehirn. Das heißt, die Müdigkeit bleibt in den allermeisten Fällen komplett aus. Sie können ganz normal Auto fahren, im Büro sitzen oder Sport machen, ohne dass Ihnen die Augenlider schwer werden. Praktisch, oder?
Fexofenadin bei besonders hartnäckigen Allergenen
Manchmal reichen die Standardmittel einfach nicht aus. Gerade wenn der Pollenflug extrem stark ist oder eine chronische Nesselsucht die Haut quält, greifen Betroffene oft zu Fexofenadin. Der Wirkstoff baut schnell einen stabilen Schutz auf und gilt ebenfalls als sehr verträglich für den Wachzustand am Tag.
Typische Beschwerden, bei denen dieser Wirkstoff oft genutzt wird:
- Heftiger Heuschnupfen durch Gräser-, Baum- oder Roggenpollen
- Ständiger Juckreiz und brennende Quaddeln auf der Haut
- Plötzliche allergische Reaktionen auf Tierhaare oder Hausstaubmilben
Wie Antihistaminika überhaupt im Körper arbeiten
Ok so, was passiert da eigentlich biologisch? Eigentlich will Ihr Körper Sie ja nur beschützen. Er hält harmlose Graspollen oder Katzenhaare fälschlicherweise für gefährliche Feinde. Panik im System! Die Abwehrzellen schütten massenhaft Histamin aus. Histamin dockt dann an bestimmten Rezeptoren an und sorgt für Schwellung, Schleim und Juckreiz.
Und genau hier klinkt sich das Antihistaminikum ein. Es besetzt diese Rezeptoren wie ein Schlüssel, der im Schloss steckt, ohne umzudrehen. Das echte Histamin kommt nicht mehr ran. Die Folge? Ruhe im Karton. Die Schwellung geht zurück und das Niesen hört endlich auf.
Allergietabletten richtig einnehmen und anwenden
Ein kleiner Tipp noch am Rande, den viele vergessen. Warten Sie am besten gar nicht erst, bis die Symptome schon völlig außer Kontrolle geraten sind. Wenn die Pollenvorhersage Alarm schlägt, nehmen Sie das Mittel am besten schon vorbeugend ein.
Trinken Sie dazu einfach ein normales Glas Leitungswasser. Verzichten Sie möglichst auf Grapefruitsaft oder Alkohol während der Einnahme, weil das die Aufnahme verändern oder die Schläfrigkeit verstärken kann. Wenn Sie unsicher sind welches Mittel am besten zu Ihrem Tag passt, fragen Sie kurz in der Arztpraxis oder schauen Sie aufmerksam in den Beipackzettel.