Wer mit hohem Blutdruck kämpft oder das Herz entlasten muss, bekommt oft Atacand verordnet. Das Präparat setzt auf den bekannten Wirkstoff Candesartancilexetil. Er sorgt dafür, dass sich angespannte Adern wieder weiten.
Eine Tablette hält die Gefäße rund 24 Stunden lang entspannt. Ob Sie ganz neu mit der Therapie anfangen oder sich nach Alternativen umsehen, die wesentlichen Punkte zu Dosierung und Handhabung haben wir hier zusammengefasst.
Atacand ist ein rezeptpflichtiges Medikament. Ärzte setzen es vor allem bei zwei Krankheitsbildern ein: Bluthochdruck (medizinisch als essenzielle Hypertonie bezeichnet) und chronische Herzinsuffizienz. Steht der Druck in den Blutgefäßen dauerhaft zu hoch, leiden auf lange Sicht verschiedene Organe darunter. Das Herz muss mit viel zu viel Kraft gegen den Widerstand anpumpen, was langfristig das Risiko für Schlaganfälle oder einen Herzinfarkt deutlich erhöht.
Das Mittel wird Erwachsenen verordnet, steht aber auch für Kinder ab einem Jahr bereit. Bei einer Herzschwäche — besonders wenn die Auswurfleistung der linken Herzkammer herabgesetzt ist — hilft die Therapie, Spitalaufenthalte sowie kardiologisch bedingte Todesfälle zu reduzieren. Man nutzt den Arzneistoff alleine oder kombiniert ihn mit weiteren Blutdrucksenkern, etwa ACE-Hemmern.
Wie wirkt der Wirkstoff Candesartancilexetil im Körper?
In den Tabletten ist der Wirkstoff Candesartancilexetil enthalten. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Prodrug, also eine Vorstufe. Der Körper macht aus diesem Stoff erst im Magen-Darm-Trakt die eigentlich aktive Substanz Candesartan.
Candesartan zählt zu den Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern, die man oft kurz ARBs oder Sartane nennt. Das Hormon Angiotensin II zieht die Blutgefäße eng zusammen. Ausserdem fordert es die Nebennieren auf, Aldosteron auszuschütten. Beide Effekte treiben den Blutdruck rasch nach oben. Candesartan besetzt gezielt die AT1-Rezeptoren und blockiert so die Bindung des Hormons. Folglich entspannen sich die Adern. Der Blutdruck geht schrittweise zurück. Das Herz muss weniger Arbeit verrichten. Die Blockade bleibt für verlässliche 24 Stunden bestehen.
Wie wird Atacand richtig dosiert und eingenommen?
Die passende Dosis richtet sich nach dem Behandlungsgrund und dem individuellen Ansprechen des Körpers. Verfügbar sind Stärken mit 4 mg, 8 mg, 16 mg sowie 32 mg Candesartancilexetil.
Zur Orientierung dienen folgende Richtwerte:
Bei Bluthochdruck: Erwachsene beginnen in der Regel mit 16 mg einmal täglich. Reicht diese Dosis nicht aus, steigert der Arzt sie nach einigen Wochen auf bis zu 32 mg am Tag. Der volle Blutdruckeffekt zeigt sich meist nach 2 bis 4 Wochen.
Bei Herzschwäche: Die Behandlung startet vorsichtig mit 4 mg täglich. Wenn die Verträglichkeit gut ist, wird die Dosis etwa alle zwei Wochen verdoppelt, bis die Zielmenge von 32 mg pro Tag erreicht ist.
Ältere Patienten oder Personen mit Nierenleiden: Hier wählt man gelegentlich eine niedrigere Startdosis von 8 mg.
Die Einnahme kann unabhängig von Mahlzeiten mit etwas Wasser erfolgen. Wichtig ist vor allem, die Tablette täglich etwa zur selben Zeit zu schlucken. Haben Sie eine Dosis vergessen? Kein Grund zur Panik. Am nächsten Tag einfach ganz normal die reguläre Menge einnehmen. Niemals die doppelte Dosis schlucken!
Wann dürfen Sie das Medikament nicht einnehmen?
In bestimmten Situationen darf Atacand gar nicht angewendet werden. An erster Stelle steht die Schwangerschaft: Hier ist das Mittel strikt tabu. Der Wirkstoff kann das ungeborene Kind schwer schädigen oder gar zum Fruchttod führen. Ebenso sollte in der Stillzeit darauf verzichtet werden.
blockquote>Warnung: Wer während der Behandlung schwanger wird, muss das Medikament nach umgehender Rücksprache mit dem Arzt sofort absetzen!
Ausschlusskriterien gelten ausserdem bei:
Schweren Leberfunktionsstörungen oder Gallenstau (Cholestase).
Bekannter Überempfindlichkeit gegen Candesartancilexetil oder Hilfsstoffe der Tablette.
Gleichzeitiger Nutzung des Blutdrucksenkers Aliskiren bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion.
Kleinkindern unter einem Jahr.
Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme auftreten?
Kein wirksames Arzneimittel kommt völlig ohne unerwünschte Reaktionen aus. Die meisten Patienten vertragen Atacand jedoch problemlos. Treten zu Beginn Beschwerden auf, klingen diese meist nach kurzer Zeit wieder ab.
Zu den häufigeren Begleiterscheinungen gehören:
Schwindel oder Benommenheit, vor allem beim schnellen Aufstehen
Kopfschmerzen
Ausgeprägte Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Infektionen der Atemwege mit typischen Erkältungssymptomen
Rückenschmerzen sowie gelegentliche Übelkeit
Manchmal fällt der Blutdruck zu stark ab oder die Kaliumwerte im Blut steigen an (Hyperkalämie). Äußerst selten zeigen sich allergische Reaktionen mit Schwellungen im Gesicht oder Rachen (Angioödem). Bemerken Sie plötzliche Atemnot oder Schwellungen, ist sofort ein Notarzt zu verständigen.
Welche Wechselwirkungen mit anderen Mitteln gibt es?
Eine gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel erfordert Aufmerksamkeit, da Wechselwirkungen entstehen können:
Schmerzmittel (NSAIDs wie Ibuprofen oder Naproxen): Sie schwächen unter Umständen die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen und belasten zusätzlich die Nieren.
Kaliumpräparate oder kaliumsparende Diuretika: Hierdurch droht ein gefährlich hoher Kaliumspiegel im Blut.
Lithium: Der Lithiumspiegel kann ansteigen, was das Risiko für Intoxikationen erhöht.
Weitere Blutdrucksenker: Eine Kombination mit ACE-Hemmern oder Aliskiren steigert das Risiko für einen zu starken Blutdruckabfall.
Was sollten Sie beim Bestellen von Atacand beachten?
Möchten Sie Atacand oder ein entsprechendes Generikum mit Candesartan bestellen, benötigen Sie zwingend ein ärztliches Rezept. Da es sich um ein wirkstarkes Präparat für das Herz-Kreislauf-System handelt, ist die medizinische Überwachung unerlässlich. Achten Sie bei einer Online-Bestellung stets darauf, eine behördlich zugelassene Versandapotheke zu wählen, um geprüfte Qualität zu erhalten.
Häufige Fragen zu Atacand
Wie schnell fängt Atacand an zu wirken?
Ein erster messbarer Effekt tritt meist innerhalb von 2 Stunden nach der Einnahme ein. Bis der vollständige blutdrucksenkende Effekt erreicht ist, vergehen allerdings etwa 2 bis 4 Wochen mit regelmäßiger Anwendung.
Kann ich Atacand zusammen mit Essen einnehmen?
Ja, das ist ohne Weiteres möglich. Nahrung hat kaum Einfluss darauf, wie der Wirkstoff aufgenommen wird. Die Tablette lässt sich vor, während oder nach einer Mahlzeit einnehmen.
Was passiert, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
Lassen Sie die verpasste Dosis aus und nehmen Sie das Medikament am folgenden Tag zur gewohnten Zeit ein. Nehmen Sie keinesfalls die doppelte Menge ein.
Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
Alkohol verstärkt unter Umständen die blutdrucksenkende Wirkung von Candesartan. Das kann vermehrt zu Schwindelgefühlen oder Kreislaufproblemen führen, weshalb Vorsicht geboten ist.