Celexa gehört zu den bekannten Medikamenten gegen Depressionen und setzt auf Citalopram als Wirkstoff. Dieser SSRI hilft dabei, die Stimmung zu stabilisieren, indem er die Menge an freiem Serotonin im Gehirn reguliert. Im Folgenden finden Sie wichtige Infos dazu, wie Sie die Tabletten im Alltag richtig einnehmen und worauf Sie besonders achten sollten.
Celexa ist ein Medikament, das Ärzte haupsächlich bei Depressionen verschreiben. Der Wirkstoff dahinter nennt sich Citalopramhydrobromid und gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, also den SSRI. Das Mittel kommt aber keineswegs nur bei Depressionen zum Einsatz. Gelegentlich verordnen es Mediziner auch bei Angststörungen, Panikattacken oder Zwangsstörungen. Es zählt schlichtweg zu den am meisten verschriebenen Antidepressiva überhaupt. Chemisch gesehen besteht Citalopram aus zwei Formen, wobei primär die S-Form für die eigentliche Wirkung im Kopf verantwortlich ist.
So wirkt Citalopram im Gehirn
Wie funktioniert dieser Mechanismus im Körper? Im Gehirn nutzen Nervenzellen verschiedene Botenstoffe für die Signalübertragung, darunter eben Serotonin. Ist das Signal übertragen worden, nimmt die aussendende Zelle den Stoff rasch wieder auf. Bei depressiven Phasen befindet sich schlicht oft zu wenig freies Serotonin in diesen Zwischenräumen.
Genau an dem Punkt greift Celexa ein. Es blockiert diese Wiederaufnahme konsequent. Dadurch verbleibt schlicht mehr aktives Serotonin im Spalt zwischen den Nervenzellen, was nach und nach die Stimmung aufhellt und auch den Schlaf verbessert. Das Medikament produziert also selbst kein Serotonin, es setzt das vorhandene Potenzial lediglich effizienter ein. Wunder über Nacht geschehen dabei allerdings nicht. Meist dauert es 2 bis 4 Wochen, bis eine spürbare Besserung einsetzt. Bei manchen Patienten zeigt sich die volle Entlastung gar erst nach 6 Wochen.
Richtige Dosierung von Celexa
Für Erwachsene startet die übliche Dosis bei 20 mg einmal täglich. Je nachdem wie gut der Körper die Tabletten verträgt, lässt sich diese Menge nach frühestens einer Woche auf höchstens 40 mg steigern. Mehr als 40 mg täglich sind tabu. Bei höheren Dosen steigt nämlich das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen drastisch an.
Ältere Patienten ab 65 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen der Leber bekommen maximal 20 mg am Tag verordnet. Das hat handfeste Gründe: Der Organismus baut den Wirkstoff im Alter oder bei reduzierter Leberfunktion spürbar langsamer ab. Bei zu hoher Dosis würde sich der Wirkstoff ungehindert im Blut anreichern.
Tägliche Einnahme im Alltag
Ob Sie die Tablette morgens oder eher abends nehmen, bleibt vollkommen Ihnen überlassen. Auch Mahlzeiten spielen für die Aufnahme kaum eine Rolle. Wer allerdings zu Beginn der Therapie mit leichter Übelkeit kämpft, nimmt die Tablette am besten direkt zu einem Essen ein.
Wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit. Nehmen Sie die Dosis stets etwa zur selben Tageszeit ein. Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, schlucken Sie zum nächsten gewohnten Zeitpunkt einfach die normale Menge. Niemals zwei Tabletten gleichzeitig nehmen, um das Versäumnis auszugleichen! Nur mit konsequenter Routine bleibt der Wirkstoffspiegel im Körper stabil.
Mögliche Nebenwirkungen und Warnzeichen
Wie jedes wirksame Arzneimittel hat auch Celexa unerwünschte Begleiterscheinungen. Gerade in den ersten Wochen berichten viele Betroffene über typische Symptome:
Übelkeit sowie auffallende Mundtrockenheit
Schlafstörungen oder plötzliche, starke Müdigkeit
Gesteigertes Schwitzen und feines Zittern der Hände
Sexuelle Funktionsstörungen, etwa gemindertes Verlangen oder verzögerter Orgasmus
Manches legt sich glücklicherweise wieder sobald sich der Organismus an den Wirkstoff gewöhnt hat. Es existieren jedoch auch ernsthafte Warnsignale. Bei jüngeren Erwachsenen unter 24 Jahren kann in der Anfangsphase das Risiko für Suizidgedanken erhöht sein. Eine aufmerksame Beobachtung tut in den ersten Wochen daher dringend not. Tritt plötzlich starkes Herzklopfen, Schwindel oder Verwirrung auf, muss unverzüglich ein Arzt kontaktiert werden.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Kombinieren Sie Celexa unter keinen Umständen mit MAO-Hemmern. Zwischen der Anwendung dieser beiden Arzneien müssen zwingend mindestens 14 Tage Pause liegen, da andernfalls ein lebensgefährliches Serotoninsyndrom entstehen kann. Streng untersagt ist ebenso die zeitgleiche Gabe von Pimozid wegen der massiven Belastung für das Herz.
Vorsicht gilt auch bei gängigen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Aspirin sowie bei Blutverdünnern. SSRI-Wirkstoffe erhöhen bei zeitgleicher Einnahme das Risiko für Magenblutungen.
Sogar rein pflanzliche Präparate wie Johanniskraut erfordern vorherige Absprache mit dem Arzt. Zudem sollte während der gesamten Behandlungsdauer auf Alkohol verzichtet werden, da dieser die Müdigkeit drastisch verstärkt.
Warum man Celexa nie schlagartig absetzt
Wer sich nach einigen Wochen spürbar besser fühlt, neigt manchmal dazu, die Tabletten eigenmächtig abzusetzen. Tun Sie das keinesfalls. Ein abruptes Stoppen führt rasch zu unangenehmen Absetzsymptomen. Patienten berichten dann von Schwindelgefühlen, seltsamen Stromschlag-Empfindungen im Kopf, Schlafproblemen, innerer Unruhe oder Übelkeit. Soll die Therapie beendet werden, wird die Dosierung schrittweise über mindestens ein bis zwei Wochen reduziert. Dieser Prozess sollte stets in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
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Häufig gestellte Fragen zu Celexa
Wann spüre ich die erste Wirkung von Celexa?
Erste subtile Veränderungen bei Schlafgewohnheiten oder Appetit zeigen sich gelegentlich bereits nach ein bis zwei Wochen. Die eigentliche stimmungsaufhellende Wirkung benötigt jedoch meist 2 bis 4 Wochen Anlaufzeit.
Kann ich Celexa während der Schwangerschaft einnehmen?
Eine Anwendung in der Schwangerschaft muss immer sehr sorgfältig mit dem Arzt abgewogen werden. Wird das Mittel im späten Schwangerschaftsstadium eingenommen, drohen beim Neugeborenen Anpassungsstörungen. Zudem geht Citalopram nachweislich in die Muttermilch über.
Was passiert wenn ich eine Dosis vergesse?
Keine Panik. Setzen Sie die Einnahme einfach zum nächsten regulären Termin ganz normal fort. Auf keinen Fall sollten Sie zwei Tabletten auf einmal einnehmen, um die vergessene Dosis nachzuholen.