Was genau ist Dulcolax und wann wird es angewendet?
Fast jeder kennt dieses ungemütliche Gefühl im Bauch. Der Stuhl stockt, die Verdauung steht still und der Bauch spannt gewaltig. Dulcolax zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen unter den Abführmitteln. Dahinter steckt der Wirkstoff Bisacodyl aus der Gruppe der stimulierenden Laxanzien. Ärzte verschreiben es oder empfehlen den Kauf rezeptfrei, wenn eine gelegentliche Verstopfung rasch gelöst werden muss. Vor einer Darmspiegelung? Da gehört eine gründliche Darmentleerung mit solchen Mitteln oft ohnehin zum Standard.
Ebenso hilft das Präparat, wenn man nach chirurgischen Eingriffen oder bei Fissuren beim Stuhlgang schlicht nicht stark pressen darf. Eins muss man aber klar sagen: Wer hofft, damit Kilos zu verlieren, liegt komplett falsch.
Wie wirkt der Wirkstoff Bisacodyl im Darm?
Der Wirkstoff greift erst gezielt im Dickdarm an. Zwei Mechanismen greifen hier ineinander. Bisacodyl reizt die feinen Nervenfasern in der Darmwand. Das löst wieder eigene, rhythmische Kontraktionen der Darmmuskulatur aus — der Inhalt wird schlicht weitergeschoben. Gleichzeitig verhindert der Stoff, dass dem Darminhalt zu viel Wasser und Elektrolyte entzogen werden. Der Stuhl weicht auf, gewinnt an Volumen und lässt sich einfacher ausscheiden.
Magen und Dünndarm bleiben dabei völlig unbeeinträchtigt. Kalorien und Vitamine nimmt der Organismus im oberen Trakt ganz regulär auf, bevor der Wirkstoff überhaupt aktiv wird.
Welche Dosierung von Dulcolax ist richtig?
Man fängt idealerweise stets mit der niedrigsten Dosierung an. Erwachsene sowie Kinder ab 10 Jahren nehmen üblicherweise 5 bis 10 mg Bisacodyl täglich als magensaftresistente Tablette ein. Das bedeutet konkret: ein bis zwei Dragees. Am späten Abend vor dem Zubettgehen mit reichlich Wasser schlucken, das ist der bewährte Weg. Extrem wichtig dabei: Keinesfalls zerkauen oder zerbeißen! Zerstört man den Spezialüberzug, löst sich die Tablette schon im Magen auf und verursacht böse Magenschmerzen.
Gibt man dem Zäpfchen den Vorzug, reicht Erwachsenen in der Regel ein Zäpfchen zu 10 mg am Tag. Bei Kindern unter zehn Jahren sollte vorab immer erst eine ärztliche Rücksprache erfolgen.
Wie schnell tritt die Wirkung der Tabletten und Zäpfchen ein?
Der Zeitpunkt der Erleichterung hängt stark von der gewählten Darreichungsform ab. Der Unterschied ist spürbar:
Tabletten: Bis zum Wirkungseintritt vergehen meist 6 bis 12 Stunden. Die Einnahme vor dem Schlafen garantiert daher meist die Entleerung am darauffolgenden Morgen.
Zäpfchen: Wenn es wirklich schnell gehen muss. Der Effekt setzt meist binnen 15 bis 60 Minuten ein, im Schnitt nach gut 20 Minuten.
Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme auftreten?
Kein wirksames Medikament ohne mögliche Begleiterscheinungen. Viele Vertragen Dulcolax zwar ohne Klagen, doch Magen-Darm-Reaktionen kommen durchaus vor.
Zu den typischen Beschwerden gehören:
Bauchkrämpfe sowie krampfartige Schmerzen
Wässriger Durchfall oder sehr weicher Stuhlgang
Übelkeit
Lokales Brennen im Enddarmbereich nach Zäpfchenanwendung
Gelegentlich beobachtet man nach dem Gang auf die Toilette Schwindelgefühle oder gar ein kurzes Ohnmachtsgefühl. Ursache dafür ist meist starkes Pressen in Kombination mit krampfbedingten Reflexen. Sollte wässriger Durchfall auftreten, muss zwingend ausreichend Flüssigkeit nachgetankt werden.
Wer sollte Dulcolax nicht einnehmen und was gibt es zu beachten?
Bestimmte Krankheitsbilder verbieten die Einnahme strikt. Liegt ein Darmverschluss (Ileus) oder eine akute Entzündung im Bauchraum vor — etwa eine Appendizitis —, darf Bisacodyl keinesfalls verwendet werden. Selbiges gilt bei heftigen unklaren Bauchschmerzen samt Erbrechen oder massivem Flüssigkeitsmangel.
Nicht länger als eine Woche am Stück anwenden! Dauerhafter Gebrauch führt in eine Teufelskreis-Trägheit des Darms. Außerdem drohen gravierende Elektrolytverluste, allen voran Kaliummangel, was wiederum Herzfunktion und Muskulatur beeinträchtigt.
In der Schwangerschaft wie auch während der Stillzeit ist eine vorherige ärztliche Rücksprache dringend angeraten.
Welche Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bestehen?
Bei der Kombination mit anderen Mitteln ist Umsicht geboten. Rund eine Stunde vor und nach der Tabletteneinnahme sollte weder Milch getrunken noch Magensäureblocker (etwa Antazida oder PPI) geschluckt werden. Warum? Weil Basen die Magensäure neutralisieren und dadurch die magensaftresistente Umhüllung vorzeitig auflösen. Die Folge sind heftige Magenreizungen.
Ebenfalls aufpassen: Wer Diuretika zur Entwässerung oder Kortisonpräparate nutzt, steigert das Risiko eines Elektrolytverlusts. Fällt der Kaliumspiegel ab, wird das insbesondere für Patienten gefährlich, die zeitgleich herzwirksame Glykoside einnehmen.
Häufig gestellte Fragen zu Dulcolax
Kann man Dulcolax jeden Tag einnehmen?
Nein. Das Präparat taugt nur für die kurzfristige Behandlung. Bei mehr als sieben Tagen täglicher Einnahme drohen Gewöhnungseffekte und Störungen im Elektrolythaushalt.
Hilft Dulcolax beim Abnehmen?
Definitiv nein. Bisacodyl wirkt im Dickdarm. Die Aufnahme von Nährstoffen und Fett passiert aber lange davor im Dünndarm. Was man auf der Waage verliert, ist reines Wasser.
Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
Niemals die doppelte Menge schlucken. Wurde eine Tablette ausgelassen, wird die Einnahme am Folgeabend einfach in gewohnter Dosis fortgeführt.